André Fachinger
geboren am 12. Juli 1992
in Limburg
gestorben am 27. September 2026
in Limburg a.d. Lahn
André war ein Sonntagskind.
Er wurde an einem Sonntag den 12.07.1992 bei Sonnenschein geboren und ist an einem Sonntag, den 27.09.2026 in einer sternenklaren Vollmondnacht auf seine letzte Reise gegangen.
Ja, auf Reisen ist er gerne gegangen. Er mochte es, neue Orte und Menschen kennenzulernen.
So war es keine Seltenheit, dass er, egal wo er sich aufhielt, sehr schnell die Sympathie von jung und alt gewann. Durch seine offene und höfliche Art zog er aus dem Moment heraus Kontakte von Fremden fast magisch an.
Eines der ersten Erlebnisse dazu ereignete sich, als er etwa vier Jahre alt war. Er machte sich im Urlaub im Hotel alleine in die Hotelhalle auf und setzte sich dorthin.
Es dauerte nicht lange und der kleine Knopf war plötzlich von vielen Menschen, die sich dort aufhielten, umgeben und unterhielt die ganze Halle mit seinen kindlichen Erzählungen.
Später, bis zum Schluss, zogen sich viele solcher Momente wie ein roter Faden durch sein Leben.
Die allerliebsten Freunde in seinem Leben waren Tiere. Er hat jede Art von Tieren über alles geliebt. Vom Hund über Katzen, Pferden bis hin zu Kühen.
Sogar diese Wesen haben sich, durch die Vertrautheit, die er ausgestrahlt hat, immer wohl bei ihm gefühlt.
Auch, wenn er ansonsten ein Eigenbrötler war und oft eher im Hintergrund blieb.
Er war ein Mensch voller Gegensätze.
Auf der einen Seite war er sehr kontaktfreudig, doch es gab immer wieder Zeiten, in denen er sich, auch bedingt durch seine psychische Erkrankung, komplett zurückzog.
In dieser Zeit zog er sich zurück in sein Hobby, das Online-Rollenspiel, in dem er einige Freunde gefunden hatte. Mitunter langjährige Kontakte zu Menschen, mit denen er sich auch persönlich traf. Das gab ihm die Freiheit so sein zu dürfen, wie er eigentlich gerne gewesen wäre, ohne Erklärungen abgeben zu müssen.
André war trotz allem auch ein Mensch, der sehr gerne lachte. Er konnte über die kleinsten Kleinigkeiten, meist situationsbezogen, lachen. Und dieses Lachen war so ansteckend, dass es meistens in einem Lachflash für alle Beteiligten geendet hat, dass man Bauchweh davon bekam.
Er hatte einen extremen Sinn für Gerechtigkeit, was es ihm oft nicht leicht machte, wahre Freunde zu finden oder Kontakte konstant zu pflegen.
Wenn er sich ungerecht behandelt fühlte, brach er meist den Kontakt ab und war selten zu einem Kompromiss bereit. Mit dieser Einstellung stand er seinem Glück oft selbst im Weg.
Er flunkerte auch gerne einmal oder verheimlichte Dinge, wenn es darum ging, zu seinen eigenen Fehlern zu stehen, sich erklären zu müssen, oder einfach nur um andere nicht zu verletzen.
Doch im Kern war André ein herzensguter, toller junger Mann, den man einfach lieb haben musste. Er war immer freundlich und hilfsbereit anderen gegenüber. All das hat ihn als Menschen ausgemacht.
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Diese Rede wurde von Evi Thome verfasst in Absprache mit Walter und Stefanie.